Glossar

Algorithmischer Handel

Der Handel mit einem Finanzinstrument, bei dem ein Computeralgorithmus die einzelnen Auftragsparameter automatisch bestimmt, z. B. Zeitpunkt, Preis, Quantität des Auftrags oder wie der Auftrag nach seiner Einreichung mit eingeschränkter oder gar keiner menschlichen Beteiligung bearbeitet werden soll. Diese Definition erstreckt sich nicht auf Computersysteme, die nur zur Weiterleitung von Aufträgen zu einem oder mehreren Handelsplätzen oder zur Bestätigung von Aufträgen verwendet werden.

Alternative Investmentfonds (AIF)

Als Alternative Investmentfonds (AIF) werden Fonds bezeichnet, die keine Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW) im Sinne der OGAW-Richtlinie der Europäischen Union sind. Immobilienfonds, Hedge Funds und Private Equity Fonds zählen beispielsweise zu der Gruppe der Alternativen Investmentfonds.

Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD)

Bei der Alternative Investment Fund Managers Directive handelt es sich um eine Richtlinie der Europäischen Union, die umfassende Vorschriften für die Zulassung, laufende Tätigkeit und Transparenz alternativer Investment-Firmen (z.B. Alternative Investmentfonds) einführt. Die Richtlinie verfolgt das Ziel, systemische Risiken für den Finanzmarkt zu reduzieren und Anleger besser zu schützen. In Deutschland wurden die Regelungen der AIFMD über das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) umgesetzt.

Angemessenheit

Die Angemessenheit beurteilt sich danach, ob ein Anleger über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, um Risiken aus der Anlage in Finanzinstrumenten angemessen beurteilen zu können.
Wertpapierdienstleistungsunternehmen haben Anleger über ihre Erfahrungen und Kenntnisse zu einzelnen Anlageklassen zu befragen und darauf basierend die Angemessenheit der vom Anleger gewünschten Anlage zu bewerten (Angemessenheitstest).

Anlageberatung

Anlageberatung ist die Abgabe einer Empfehlung an Kunden bzw. potenziellen Kunden (Interessenten) durch Wertpapierfirmen. Eine Anlageberatung erfolgt entweder nach Aufforderung eines Kunden oder auf Initiative einer Wertpapierfirma. Die Empfehlung der Wertpapierfirma kann sich auf ein oder mehrere Geschäfte mit Finanzinstrumenten beziehen und beachtet die persönlichen Umstände von Kunden bzw. potenziellen Kunden.

Außerbörslicher Handel

Der außerbörsliche Handel, auch als Freiverkehrs- oder Over-the-Counter-Handel (OTC-Handel) bekannt, bezeichnet finanzielle Transaktionen zwischen Marktteilnehmern, die nicht über eine Börse abgewickelt werden.

Bedeutende Institute

Eine grundlegende Bemessung der Eigenschaft „bedeutendes Institut“ erfolgt über bilanzielle Kriterien. Erreichte bzw. überschritt die Bilanzsumme im Durchschnitt zu den jeweiligen Stichtagen der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre 15 Milliarden Euro, gilt ein Institut nach deutschem Recht grundsätzlich als bedeutend.
Ein Institut kann trotz der Erreichung dieser Bilanzsummenschwelle als nicht bedeutend eingestuft werden, sofern dieses über eine eigenverantwortliche Risikoanalyse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nachweist, dass es nicht bedeutend ist. Diese jährlich durchzuführende Risikoanalyse beinhaltet dabei insbesondere die Kriterien Größe des Instituts, seine Vergütungsstruktur sowie Art, Umfang, Komplexität, Risikogehalt und Internationalität der betriebenen Geschäftsaktivitäten.

Institute, die das geforderte Volumen bei der Bilanzsumme unterschreiten, können insbesondere dann dennoch durch die BaFin als bedeutend eingestuft werden, wenn dies vor dem Hintergrund ihrer Vergütungsstruktur sowie Art, Umfang, Komplexität, Risikogehalt und Internationalität der betriebenen Geschäftsaktivitäten angemessen erscheint.

Weiterhin ist eine Einstufung als bedeutendes Institut „dann geboten, wenn es hohe außerbilanzielle Positionen, gerade in derivativen Instrumenten, aufweist, in hohem Umfang als Originator, Sponsor oder Investor von Verbriefungstransaktionen tätig ist oder sich hierfür einer Verbriefungszweckgesellschaft“, hohe Positionen im Handelsbuch führt oder die Vergütungsstruktur durch hohe variable Anteile gekennzeichnet sind (Vgl. Auslegungshilfe zur Institutsvergütungsverordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
Grundlegend bedeutend sind Institute, die von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt werden, als potenziell systemgefährdend im Sinne des § 47 Abs. 1 KWG eingestuft werden oder die Finanzhandelsinstitute im Sinne des § 25f Abs. 1 KWG sind.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) führt seit ihrer Gründung im Mai 2002 die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel in Deutschland. Die BaFin ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts und unterliegt der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Sie finanziert sich aus Gebühren und Umlagen der beaufsichtigten Institute und Unternehmen.

Capital Requirements Directive (CRD)

Als Capital Requirements Directive (CRD, deutsch: Richtlinie über Eigenkapitalanforderungen) wird zusammenfassend die Bankenrichtlinie und die Kapitaladäquanzrichtlinie der Europäischen Union bezeichnet. In der CRD werden unter anderem die Mindesteigenkapitalanforderungen und Offenlegungsvorschriften für Banken geregelt sowie Prüfstandards für die Bankenaufsichten der einzelnen Länder in der EU formuliert. Weiterhin enthält die CRD Vorgaben zur Liquiditätsausstattung von Banken, zur Mindestgröße des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital sowie zu einem antizyklischen Kapitalpuffer, den die europäischen Aufsichtsbehörden von Banken zum Zwecke des Erhalts der Finanzstabilität einfordern können. Die CRD beruht auf den Arbeiten des Basler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten, angesiedelt bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Die Arbeiten des Ausschuss zur Eigenkapitalausstattung der Kreditinstitute sind als Basel I bis Basel III bekannt.

Corporate Governance

Corporate Governance (deutsch: Grundsätze der Unternehmensführung) bezeichnet den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung von Unternehmen. Unter Corporate Governance werden auch freiwillige Verpflichtungen der Unternehmen gefasst (z.B. Deutscher Corporate Governance Kodex).

Drittstaat-Gesellschaft

Eine Drittstaat-Gesellschaft ist eine Personengesellschaft, Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse mit Sitz oder Geschäftsleitung in Staaten oder Territorien, die nicht Mitglieder der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsassoziation sind.

European System of Financial Supervision (ESFS, deutsch: Europäisches Finanzaufsichtssystem)

Das Europäische Finanzaufsichtssystem ESFS hat Anfang 2011 seine Arbeit aufgenommen und umfasst sämtliche europäischen Behörden, die sich der Finanzmarktaufsicht widmen.

European Market Infrastructure Regulation (EMIR)

Die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) ist eine EU-Verordnung, die den außerbörslichen Handel mit Derivaten reguliert. Die Verordnung hat zum Ziel, die Marktteilnehmer beim außerbörslichen bzw. OTC-(Over The Counter) Handel mit Derivaten zu verpflichten, das Geschäft über einen zentralen Kontrahenten auszuführen sowie die Transaktionen an ein Transaktionsregister zu melden.

European Supervisory Authorities (ESA)

Die European Supervisory Authorities (ESA, deutsch: Europäische Finanzaufsichtsbehörden) sind ein Bestandteil des European System of Fincancial Supervision (ESFS). Unter ESA werden die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority (EBA)), die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority (ESMA)) und die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge (European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA)) zusammengefasst.

European Securities and Markets Authority (ESMA, deutsch: Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde)

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) ging am 1. Januar 2011 aus dem Ausschuss der europäischen Wertpapierregulierungsbehörden (Committee of European Securities Regulators (CESR)) hervor. Sie ist eine europäische Behörde zur Regulierung des Handels mit Wertpapieren innerhalb der EU und Teil des Europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS). Sitz der ESMA ist Paris.

Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA)

Das Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) ist ein US-Steuergesetz. Es hat zum Ziel, Steuerverkürzungen von in den USA steuerpflichtigen Personen auf Kapitalerträge, die auf Konten bzw. Depots im US-Ausland erzielt worden sind, zu verhindern. Rechtliche Grundlage für die Anwendung von FATCA in Deutschland ist das bilaterale Abkommen zwischen den USA und Deutschland vom 31.05.2013. Es sieht vor, dass deutsche Banken ihre in den USA steuerpflichtigen Kunden identifizieren und nach US-Grundsätzen steuerlich dokumentieren. Sofern eine solche Dokumentation gemäß dem Abkommen unzureichend ist, sind Kunden und Erträge an die US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) zu melden.

Financial Institution (FI)

Im Zusammenhang mit dem US-Steuergesetz FATCA ist ein Financial Institution ein Rechtsgebilde, welches im Einlagengeschäft, Depotgeschäft und/oder Investmentgeschäft tätig ist.

Foreign Financial Institution

Im Zusammenhang mit dem US-Steuergesetz FATCA ist ein Foreign Financial Institution (FFI) ein Finanzinstitut, das aus Sicht der USA ausländisch ist.

Finanzinstrument

Gemäß der Markets in Financial Instruments Directive (MIFID) werden folgende Begrifflichkeiten unter den Oberbegriff Finanzinstrumente zusammengefasst:

  • Übertragbare Wertpapiere
  • Geldmarktinstrumente
  • Anteile an Organismen für gemeinsame Anlagen (OGAW)
  • Optionen, Terminkontrakte, Swaps, außerbörsliche Zinstermingeschäfte und alle anderen Derivatkontrakte in Bezug auf Wertpapiere, Währungen, Zinssätze oder -erträge, Emissionszertifikate oder andere Derivat-Instrumente, finanzielle Indizes oder Messgrößen, Versicherungsverträge, die mit Anlage bezogenen Instrumenten verknüpft sind (unter bestimmten Bedingungen)
  • Derivative Instrumente für den Transfer von Kreditrisiken und finanzielle Differenzgeschäfte
  • Vermögensanlagen

Finanztransaktionssteuer

Eine Finanztransaktionssteuer ist allgemein eine Steuer auf börsliche wie außerbörsliche Finanztransaktionen. Sie wird gegenwärtig insbesondere mit dem Plan von elf EU-Ländern in Verbindung gebracht, die in ihren Ländern einheitlich eine so genannte EU-Finanztransaktionssteuer einführen wollen.

Geeignete Gegenpartei

Wertpapierdienstleistungsunternehmen, Finanzinstitute, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds und ihre Verwaltungsgesellschaften, Börsenhändler und Warenderivatehändler, sonstige aufsichtspflichtige institutionelle Anleger, die am Finanzmarkt tätig werden können und auch Unternehmen, die bestimmte bilanzielle Kenngrößen überschreiten, verfügen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) auf Grund ihrer „Professionalität“ über ausreichende Kenntnisse am Kapitalmarkt und werden dabei als geeignete Gegenpartei bezeichnet. Eine Einstufung als geeignete Gegenpartei führt dazu, dass Wertpapierdienstleistungsunternehmen gegenüber solchen geeigneten Gegenparteien an bestimmte Verhaltensvorschriften des WpHG nicht gebunden sind.

Geeignetheit

Bevor ein Anleger zu einem Finanzinstrument oder einer Finanzportfolioverwaltung (Vermögensverwaltung) von einem Wertpapierdienstleistungsunternehmen beraten wird, haben die Unternehmen vom Anleger Informationen über

  • seine Kenntnisse und Erfahrungen mit Finanzinstrumenten und Wertpapierdienstleistungen,
  • seine Anlageziele
  • sowie zu seinen finanziellen Verhältnissen einzuholen.

Die Geeignetheit beurteilt sich danach, ob das konkrete Geschäft den Anlagezielen des jeweiligen Anlegers entspricht, ob er die mit der Anlage verbundenen Risiken versteht und ob er das Risiko der Anlage finanziell tragen kann (Geeignetheitstest)

Handelsplatz

Ein Handelsplatz ist ein geregelter Markt (Börse), eine Multilateral Trading Facility (MTF, deutsch: multilaterales Handelssystem) oder eine Organised Trading Facility (OTF, deutsch: Organisiertes Handelssystem).

Hochfrequenzhandel

Als Hochfrequenzhandel wird ein mit algorithmischer Handelstechnik betriebener Handel mit Wertpapieren bezeichnet, der sich durch kurze Haltefristen und hohen Umsatz auszeichnet.

Inländische Steuerpflichtige

Steuerpflichtige mit Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthalt, Geschäftsleitung oder Sitz im Geltungsbereich der deutschen Abgabenordnung.

Institutionelle Anleger

Institutionelle Anleger sind gleichzusetzen mit juristischen Personen wie beispielsweise Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Pensionskassen, die auf Grund ihrer Geschäftstätigkeit große Summen verwalten bzw. anlegen und hierzu eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebs bedürfen.

Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV)

Die Institutsvergütungsverordnung beinhaltet bankaufsichtsrechtliche Mindestanforderungen für die Vergütungssysteme von in Deutschland ansässigen Finanzinstituten. Die Verordnung verfolgt das Ziel, dass schädliche Vergütungsanreize zur Eingehung unverhältnismäßig hoher Risiken unterbunden werden. Die Stabilität und Wirtschaftlichkeit des Finanzsektors soll auf diese Weise gesichert werden.

Internal Revenue Service (IRS)

Der Internal Revenue Service (IRS) ist die Bundessteuerbehörde der USA. Der IRS ist eine Abteilung des Treasury Department (Finanzministerium der USA). Die Aufgabe der Behörde ist die Erhebung aller Bundessteuern, die Ermittlungen in Steuerstrafverfahren und der Forderungseinzug von Steuern.

Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)

Das Kapitalanlagegesetzbuch ist ein deutsches Bundesgesetz, welches im Jahr 2013 das bis dahin gültige Investmentgesetz abgelöst hat. Es beinhaltet Regulierungen sowohl für Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) als auch für Alternative Investmentfonds (AIF).

Kapitalertrag

Als Kapitalertrag wird derjenige Ertrag bezeichnet, den ein Anleger aus seinem Kapitalvermögen erzielt hat.

Kapitalertragssteuer (KESt)

Die Kapitalertragsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer. Sie wird auf Kapitalerträge erhoben. In Deutschland wird seit 2009 die Kapitalertragsteuer als Quellensteuer von der auszahlenden Stelle (z.B. eine Bank) einbehalten und an die Finanzverwaltung abgeführt. Prinzipiell gilt mit dem von der auszahlenden Stelle vorgenommenen Abzug die Kapitalertragssteuerschuld des Steuerpflichtigen als abgegolten. Umgangssprachlich wird der Begriff „Kapitalertragsteuer“ daher synonym mit dem Begriff „Abgeltungsteuer“ benutzt.

Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG)

Eine Kapitalverwaltungsgesellschaft ist ein Begriff aus dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und bezeichnet Gesellschaften, welche Sondervermögen in Form von Investmentfonds für gemeinschaftliche Rechnung von Anlegern verwalten. Es werden Kapitalverwaltungsgesellschaften nach OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) und nach AIF (Alternative Investmentfonds) unterschieden.

Komplexe Finanzinstrumente

Nach dem Wertpapierhandelsgesetz sind alle Finanzinstrumente komplex, wenn sie nicht zu der Gruppe der nicht-komplexen Finanzinstrumente zählen, z.B. Zertifikate mit einem eingebetteten Derivat (rechtlich betrachtet Schuldverschreibung in welche ein Derivat eingebettet ist).

Market-Maker

Ein Market Maker ist eine Person, die an den Finanzmärkten auf kontinuierlicher Basis ihre Bereitschaft anzeigt, durch den An- und Verkauf von Finanzinstrumenten unter Einsatz des eigenen Kapitals Handel für eigene Rechnung zu von ihr gestellten Kursen zu betreiben.

Marktbetreiber

Ein Marktbetreiber ist eine Person, die das Geschäft eines geregelten Marktes verwaltet und/oder betreibt.

Markets in Financial Instruments Directive (MiFID)

Die Markets in Financial Instruments Directive (MiFID, deutsch: Finanzmarktrichtlinie) ist eine Richtlinie der Europäischen Union (EU) mit den Zielen, die Finanzmärkte in Europa zu harmonisieren, den Anlegerschutz zu verbessern und den Wettbewerb zu stärken. Die Richtlinie ist seit dem 1. November 2007 innerhalb der EU anzuwenden.
Seit dem Jahr 2010 wird ein „Review“ der MiFID vorgenommen, welcher allgemein auch als „MiFID II“ bekannt ist. Mit einer Verabschiedung der Novelle der MiFID durch das EU-Parlament wird bis April 2014 gerechnet.

Multilateral Trading Facility (MTF)

Eine Multilateral Trading Facility – (MTF, deutsch: multilaterales Handelssystem) ist ein von einem Finanzdienstleister, einer Wertpapierfirma oder einem Marktbetreiber eingerichtetes System welches eine Vielzahl von Anbietern und Nachfragern auf dem Finanzmarkt nach bestimmten Regeln zusammenzuführt.

Nicht-komplexe Finanzinstrumente

Nicht-komplexe Finanzinstrumente nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sind:

  • Aktien, die auf einem organisierten Markt oder gleichwertigen Markt zugelassen sind (z.B. börsengehandelte Aktien)
  • Geldmarktinstrumente
  • Schuldverschreibungen und andere verbriefte Schuldtitel, in die kein Derivat eingebettet ist (z. B. bestimmte Genussscheine, „Plain-Vanilla–Anleihen“)
  • Anteile an richtlinienkonformen Sondervermögen (OGAW-Fonds)
  • Andere nicht-komplexe Finanzinstrumente, die die Kriterien des § 7 WpDVerOV erfüllen

Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW)

Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) sind Investmentvermögen, die folgende Bedingungen erfüllen:

  • Ihr ausschließlicher Zweck besteht darin, beim Publikum beschaffte Gelder in Wertpapieren oder anderen liquiden Finanzanlagen zu investieren.
  • Ihre Tätigkeit unterliegt dem Grundsatz der Risikostreuung.
  • Ihre Anteile werden zu Lasten ihres Vermögens zurückgenommen oder ausgezahlt.

Organised Trading Facility (OTF)

Eine Organised Trading Facility (OTF) ist von einer Wertpapierfirma oder einem Marktbetreiber betriebenes System, bei dem es sich nicht um einen geregelten Markt (Börse) oder eine Multilateral Trading Facility handelt. OTFs sind ein inhaltlicher Bestandteil des Reviews der Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II).

Quellensteuer

Als Quellensteuer wird eine Steuer auf Einkünfte bezeichnet, die direkt an der Quelle abgezogen bzw. einbehalten und an die Finanzverwaltung abgeführt wird. Ein Bespiel für eine Quellensteuer in Deutschland ist die seit dem Jahr 2009 praktizierte Kapitalertragbesteuerung in Form der Abgeltungsteuer.
Quellensteuern stellen sicher, dass einem Staat die ihm zustehenden Steuereinnahmen zugehen.

Querverkauf (englisch: Cross-Selling)

Ein Querverkauf (engl. Cross-Selling) ist der Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung ergänzend zu einem anderen Produkt bzw. einer Dienstleistung.

Professionelle Kunden

Ein professioneller Kunde gemäß Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) ist ein Kunde, der über ausreichende Erfahrungen, Kenntnisse und Sachverstand in der Kapitalanlage verfügt, um seine Anlageentscheidungen selbst treffen und die damit verbundenen Risiken angemessen beurteilen zu können.

Reines Ausführungsgeschäft (englisch: Execution-only)

Das reine Ausführungsgeschäft erlaubt die Weiterleitung bzw. Ausführung einer Kundenorder ohne Durchführung eines Angemessenheits– oder Geeignetheitstests. Der Kunde handelt demzufolge nicht nach Beratung oder Weisung der Kreditinstitute sondern rein nach eigenem Ermessen. Ein reines Ausführungsgeschäft kann nur für nicht-komplexe Finanzinstrumente durchgeführt werden

Semi-professioneller Anleger

Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) versteht unter einem semi-professionellen Anleger eine Person, die mindestens 200.000 Euro pro Investment in Investmentanteilscheine (Fonds) investieren und über eine angemessene Erfahrung und Einschätzung des Risikos der Anlage verfügt.

Strukturierte Einlagen

Strukturierte Einlagen sind rechtlich betrachtet Schuldverschreibungen. Diese werden bei Fälligkeit unter normalen Umständen vollständig an den Anleger zurückgezahlt. Zinszahlungen oder Prämien sind z.B. abhängig von der Entwicklung von Indizes, der Kursentwicklung von Finanzinstrumenten, Rohstoffpreisen oder Wechselkursen.

Systematischer Internalisierer

Ein systematischer Internalisierer ist eine Wertpapierfirma, die in organisierter und systematischer Weise häufig Handel für eigene Rechnung durch Ausführung von Kundenaufträgen außerhalb eines geregelten Marktes, einer Multilateral Trading Facility (MTF) oder einer Organised Trading Facility (OTF) betreibt.

US-Indizien

Der Begriff „US-Indizien“ geht auf das bilaterale Abkommen zwischen Deutschland und den USA vom 31. Mai 2013 zurück, in dem die Umsetzung der FATCA-Regelungen für Deutschland formuliert werden. Demnach sind Banken in Deutschland angehalten, anhand bestimmter US-Indizien auf die Steuerpflicht eines Kunden bzw. eines Kontoinhabers in den USA zu schließen. Zu diesen US-Indizien gehören u.a.:

  • Kunde bzw. Kontoinhaber ist US-Staatsbürger.
  • Kunde bzw. Kontoinhaber hat einen Geburtsort in den USA.
  • Kunde bzw. Kontoinhaber besitzt eine Postanschrift in den USA.
  • Kunde bzw. Kontoinhaber besitzt eine US-Telefonnummer.
  • Kunde bzw. Kontoinhaber hat einen Dauerauftrag, der Zahlungen auf ein Konto in den USA leistet

US Person

Als US Personen wird im steuerlichen Sinne derjenige Kunde eines Finanzinstituts bezeichnet, der in den USA unbeschränkt steuerpflichtig ist.

Variable Vergütung

Variable Vergütung ist der Teil der Vergütung, dessen Gewährung oder Höhe im Ermessen des Arbeitgebers steht und/oder mit einer Zielerreichung verknüpft ist.

Vergütung

Unter den Begriff Vergütung werden sämtliche finanzielle Leistungen und Sachbezüge gleich welcher Art gefasst.

Vergütungssystem

Ein Vergütungssystem ist eine unternehmensinterne Regelung zur Vergütung sowie deren tatsächliche Umsetzung und Anwendung durch das Institut.

Vergütungsausschuss

Im Finanzgewerbe ist nach der Institutsvergütungsverordnung bei einem bedeutenden Institut ein Vergütungsausschuss durch die Geschäftsleitung einzusetzen, der die Angemessenheit der Vergütungssysteme überwacht und die Geschäftsleitung bei Fragestellungen zur Vergütung berät.

Vertraglich gebundener Vermittler

Ein vertraglich gebundener Vermittler ist eine natürliche oder juristische Person, die unter unbeschränkter und vorbehaltsloser Haftung einer einzigen Wertpapierfirma, für die sie tätig ist, Wertpapier– und/oder Nebendienstleistungen für Kunden oder potenzielle Kunden erbringt.

Wertpapierdienstleistungen

Wertpapierdienstleistungen bzw. Anlagetätigkeiten sind gemäß der Markets in Financial Instruments Directive (MIFID) folgende Dienstleistungen und Tätigkeiten:

  • Annahme und Übermittlung von Aufträgen, die ein oder mehrere Finanzinstrument(e) zum Gegenstand haben
  • Ausführung von Aufträgen im Namen von Kunden
  • Handel für eigene Rechnung
  • Portfolio-Verwaltung
  • Anlageberatung
  • Übernahme der Emission von Finanzinstrumenten und/oder Platzierung von Finanzinstrumenten mit fester Übernahmeverpflichtung
  • Platzierung von Finanzinstrumenten ohne feste Übernahmeverpflichtung
  • Betrieb eines Multilateral Trading Facility (MTF)
  • Verwahrung und Verwaltung von Finanzinstrumenten für Rechnung von Kunden, einschließlich der Depotverwahrung und verbundener Dienstleistungen wie Cash-Management oder Sicherheitenverwaltung; Ausnahme: wenn diese durch Zentralverwahrer vorgenommen werden

Wertpapierfirma

Eine Wertpapierfirma ist eine juristische Person, die im Rahmen ihrer üblichen beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit eine oder mehrere Wertpapierdienstleistungen für Dritte erbringt und/oder eine oder mehrere Anlagetätigkeiten ausübt.

Zentrale Gegenpartei

Eine Zentrale Gegenpartei (englisch: Central Counterparty (CCP)) ist ein Rechtssubjekt, das an Börsen und manchen OTC-Handelsplätzen für Derivate als Vertragspartei zwischen Verkäufer und Käufer auftritt. Käufer und Verkäufer bleiben auf diese Weise anonym und haben mit der zentralen Gegenpartei jeweils nur noch einen Geschäftspartner. Gleichzeitig trägt die Zwischenschaltung einer zentralen Gegenpartei zur Risikovorsorge bei. Sowohl Käufer als auch Verkäufer haben Sicherheitsleistungen bei der Zentralen Gegenpartei zu leisten, die gegebenenfalls bei einem Ausfall eines Geschäftspartners herangezogen werden.

Zuwendungen

Zuwendungen sind Provisionen, Gebühren oder sonstige Geldleistungen sowie alle geldwerten Vorteile.