KAGB reguliert Fondsgeschäft neu

Kein Finanzprodukt soll ohne Regulierung bleiben: So haben es die Staats- und Regierungschefs der G20 auf dem Gipfel in Pittsburgh 2009 beschlossen. Mit dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), in Kraft seit Juli 2013, folgt Deutschland dieser Maxime. Das KAGB regelt das Geschäft sowohl mit Fonds im Sinne der EU-Richtlinie zu Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) als auch mit sonstigen Fondsarten. Es löst das Investmentgesetz ab, das lediglich die OGAW-Produkte regulierte. Zudem setzt es die EU-Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (Alternative Investment Fund Managers, AIFM) in deutsches Recht um. Damit unterliegen geschlossene beziehungsweise alternative Investmentfonds (AIF) wie Immobilien-, Hedge- und Private-Equity-Fonds neben den OGAW-Produkten erstmals einem einheitlichen Regelwerk.

Was auf KAGB-Projektteams zukommt

Insbesondere AIF-Anbieter stehen vor der strategischen Entscheidung, ob sie die Auflage und den Vertrieb ihrer Produkte an andere Standorte verlagern sollten und welche Zielgruppen (private, semiprofessionelle oder institutionelle Anleger) sie künftig bedienen. Ist das Geschäftsmodell nachjustiert, müssen sie laut KAGB vor dem 22. Juli 2014 bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Zulassung beantragen. Dasselbe gilt für Anbieter OGAW-konformer Fonds, auch wenn sie bereits auf dem deutschen Markt tätig sind.

Nach der Zulassung durch die BaFin tritt das Unternehmen am Markt unter der neu definierten Bezeichnung Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) auf. Der heute gängige Begriff Kapitalanlagegesellschaft gehört dann wie das Investmentgesetz der Vergangenheit an.
Bedingung der Zulassung, die einer KVG den europaweiten Vertrieb ermöglicht, ist die Einhaltung der KAGB-Vorschriften. Sie betreffen vor allem die Unternehmensführung (Corporate Governance), das Risikomanagement, die Liquiditätssteuerung und den Anlegerschutz. Gerade für die bislang nur partiell regulierten Anbieter alternativer Investmentfonds können die neuen Vorschriften zum Liquiditäts- und Risikomanagement, die Bestellung unabhängiger Verwahrstellen sowie die Organisationspflichten schwierig zu meistern sein.
Die Regeln zur Corporate Governance verpflichten Führungskräfte und Risikoträger in KVG unter anderem zum Nachweis ihrer Zuverlässigkeit und Sachkenntnis. Das Vergütungssystem der Gesellschaft muss transparent sein. Auch beim Anlegerschutz verlangt das KAGB mehr Transparenz. Sowohl OGAW-Fondsanbieter wie Herausgeber alternativer Investmentfonds müssen zu ihren Produkten Jahresberichte und Anlegerinformationen veröffentlichen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, werden KAGB-Projektteams Geschäftsprozesse und Vergütungssysteme zu prüfen und etwaige Korrekturen in den IT-Systemen abzubilden haben.
Auch auf Banken wirkt sich das KAGB aus. Die Regeln zur Privatplatzierung etwa entfallen zum 22. Juli 2014 ersatzlos. Mit dem semiprofessionellen Anleger wird eine weitere Kundenkategorie gesetzlich bestimmt. Manche Fonds dürfen Banken nur noch an Interessenten ausgeben, die mindestens als semiprofessionell gelten können. Diese Änderungen schlagen somit unmittelbar auf die Produktpolitik der Institute durch.

So hilft Consileon

Consileon führt KAGB- beziehungsweise AIFM-Projekte zum Erfolg. Gemeinsam mit dem Klienten analysieren unsere Experten die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen des Regelwerks auf das Geschäft. Mit hoher Branchen- und IT-Kompetenz übersetzen sie die fachlichen Anforderungen in organisatorische und technische Maßnahmen, planen deren Umsetzung und begleiten diese bis zum Schluss.