PRIIP – Anpassungen unumgänglich

Deutschen Finanzdienstleistern sind seit 2011 die Informationsblätter für Wertpapiere und Vermögensanlagen bekannt. Mit der am 26. November 2014 verabschiedeten Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte, PRIIP (packaged retail and insurance-based investment products) werden Informationsblätter für diese Anlageprodukte europaweit verpflichtend. Der europäische Gesetzgeber erhebt die PRIIP Basisinformationsblätter zum „Ausgangspunkt für Anlageentscheidungen von Kleinanlegern“. Die Verordnung wird zum 31. Dezember 2016 wirksam.

DETAILLIERTE VORGABEN FÜR PRIIP BASISINFORMATIONSBLÄTTER

Ein Basisinformationsblatt ist im Allgemeinen für Anlageprodukte, deren Rückzahlung von einem Referenzwert, einem Index oder von der Entwicklung eines Vermögenswerts abhängig ist (z.B. Zertifikate, strukturierte Einlagen, OGAW-Fonds) sowie für Versicherungsanlageprodukte (z.B. fondsgebundene Kapitallebensversicherung) zu erstellen. Grundsätzlich sind die Emittenten solcher Produkte für die Erstellung des PRIIP Basisinformationsblatt verantwortlich. Der Verkäufer des Produkts hat die Information für Kleinanleger bereit zu stellen. Kleinanleger sind in diesem Zusammenhang Kunden von Finanzdienstleistern, die keine professionellen Kunden im Sinne der EU-Finanzmarktrichtlinie (MIFID) sind.

Das PRIIP-Basisinformationsblatt ist vor dem Kauf kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auf die Durchführung einer Anlageberatung – wie im deutschen Regime für die Informationsblätter – kommt es dabei nicht an. Die Aushändigung kann per Papier, über einen anderen dauerhaften Datenträger(z.B. CD) oder über eine Website erfolgen. Zusätzlich werden auch die Emittenten verpflichtet, die PRIIP Basisinformationsblätter auf Ihrer Website zu veröffentlichen.

Die Ausgestaltung der Informationsblätter ist in der Verordnung strukturell und in Grundsätzen inhaltlich geregelt. Die europäischen Aufsichtsbehörden werden diese Anforderungen in technischen Regulierungsstandards detailliert präzisieren. Insbesondere die weitreichenden Vorschriften zur Beschreibung der Risiken und Kosten fallen hierbei auf.

ÄNDERUNGEN DER DEUTSCHEN PRODUKTINFORMATIONSBLÄTTER UNAUSWEICHLICH

Für auf dem deutschen Markt tätige Finanzdienstleister ist neben der unmittelbar geltenden EU-Verordnung die Reaktion des deutschen Gesetzgebers zu beachten. Aktuell würden z.B. für Zertifikate die Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes zu Produktinformationsblättern (PIB) und die EU-Verordnung zu den PRIIP Basisinformationsblättern gelten. Die Anforderungen unterscheiden sich sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der strikteren Regelung, dass bereits bei Execution-only-Geschäften ein Informationsblatt zur Verfügung gestellt werden muss. Entsprechend ist eine Anpassung des PIB-Regimes insgesamt zu erwarten und entsprechend umzusetzen.

SO HILFT CONSILEON

Consileon führt PRIIP Projekte zum Erfolg. Unsere Branchenexperten untersuchen die Geschäftsprozesse des Finanzinstituts auf Anpassungsbedarf, arbeiten Optionen heraus und beraten bei der Entscheidung. In enger Abstimmung mit dem Klienten planen wir sowohl die technische wie die organisatorische Realisierung und begleiten diese bis zu einem erfolgreichen Abschluss.