StUmgBG: Neue Vorschriften gegen Steuerhinterziehung

Neue Offenlegungspflichten durch das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz

Als Reaktion auf die „Panama-Papers“ soll das am 25. Juni 2017 in Kraft getretene Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz (StUmgBG) die Steuervermeidung in Geschäftsbeziehungen zu sogenannten Drittstaat-Gesellschaften verhindern. Das neue Gesetz erlegt Finanzinstituten zusätzliche Auskunftspflichten auf und erweitert die Vorgaben zur Erfassung von Kundenidentifikationsdaten. Da Verstöße gegen diese Pflichten mit hohen Geldbußen geahndet werden, ist erneut die Compliance der Institute gefordert.

Verschärfung der Anzeigepflicht bei Beteiligung an ausländischen Gesellschaften

Finanzinstitute haben unter dem Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz den Finanzbehörden mitzuteilen, falls sie für inländisch steuerpflichtige Kunden Geschäftsbeziehungen mit Drittstaat-Gesellschaften vermitteln oder herstellen. Bei Unterlassung drohen Geldstrafen bis 25.000 Euro. Deshalb stehen die Institute zunächst vor der strategischen Alternative, ob sie Beteiligungen an solchen Gesellschaften weiterhin anbieten oder nicht. Entscheiden sie sich dagegen, sind je nach künftiger Ausrichtung die internen Prozesse und Kontrollsysteme anzupassen. Andernfalls gilt es, diese auf die neuen Meldepflichten auszurichten.

Zudem müssen Finanzinstitute Beteiligungen an Drittstaat-Gesellschaften, die sie selbst erwerben, laut StUmgBG wie sonstige Unternehmen ab einem Anteil von zehn Prozent anzeigen. Auch Geschäftsbeziehungen zu Drittstaat-Gesellschaften, die mittel- oder unmittelbar beherrscht oder bestimmt werden, sind dem Finanzamt mitzuteilen.

Erfassung des steuerlichen Identifikationsmerkmals

Neben den verschärften Regeln zur Beteiligung an Drittstaat-Gesellschaften haben deutsche Finanzinstitute unter dem Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz höhere Anforderungen an die Legitimation ihrer Neukunden zu beachten. Das Gesetz verpflichtet sie, die steuerlichen Identifikationsnummern der Kontoinhaber und Verfügungsberechtigten festzustellen. Die umfassende Identifikationspflicht erstreckt sich auch auf alle wirtschaftlich Berechtigten eines Kontos. Von Bestandskunden sind fehlende Identifikationsnummern bis Ende Dezember 2019 einzuholen.

Weitere Regeln unter anderem zur Auskunftspflicht

Weitere Neuerungen betreffen unter anderem Sammelauskunftsersuche der Finanzbehörden sowie die Aufhebung des steuerlichen Bankgeheimnisses. Damit wird es den Behörden erleichtert, zur Klärung steuerlicher Verdachtsfälle bei Finanzinstituten Auskünfte einzuholen. Erweitert werden auch die Möglichkeiten des automatisierten Kontenabrufs zu Besteuerungszwecken.

Verdeckte Geschäftsbeziehungen zu Drittstaat-Gesellschaften werden zu Tatbeständen schwerer Steuerhinterziehung. Damit verlängern sich die Verjährungsfristen. Dokumente zu Auslandsgeschäften sind mindestens sechs Jahre lang aufzubewahren.

So hilft Consileon

Consileon führt Projekte zur Einhaltung des Steuerumgehungsbekämpfungsgesetzes zum Erfolg. Gemeinsam mit dem Klienten analysieren unsere Experten die Auswirkungen des Gesetzes für das Geschäftsmodell. Mit hoher Branchen- und IT-Kompetenz übersetzen sie die fachlichen Anforderungen in organisatorische und technische Maßnahmen, planen deren Umsetzung und begleiten diese bis zum Schluss.